LoRaWAN und der Mannl-Counter – eine Zusammenarbeit mit SmartCity Zwönitz

Kommunale Veranstaltungen in Zeiten von COVID19

COVID19 begleitet unser Alltagsleben nun schon mehr als ein halbes Jahr. Viele Dinge, die noch vor einem Jahr selbstverständlich waren, sind nicht mehr ohne Weiteres möglich. Niemand hätte erwartet, dass einmal die Weihnachtsmärkte und andere Veranstaltungen in Stadt und Dorf nur unter besonderen Bedingungen und Schutzmaßnahmen stattfinden dürfen. Die Durchführung solcher Ereignisse stellt die Kommunen nun vor neue Herausforderungen. Hygienekonzepte müssen erstellt, kommunziert und eingehalten werden. Neue Sicherheitsregularien müssen bei Veranstaltungen umgesetzt werden. Eine wesentliche Herausforderung bei der Umsetzung solcher Hygienkonzepte ist die Sicherstellung einer maximalen Anzahl von Personen in einem abgegrenzten Bereich, damit der Mindestabstand von Mensch zu Mensch von 1,5 m eingehalten werden kann.

Vor dieser Herausforderung stand die Stadt Zwönitz beim Bauernmarkt vom 26.9. bis zum 27.9. 2020. In den Vorjahren fand in dieser Zeit das Erntedankfest verbunden mit den Zwönitzer Pferdetagen statt. Diese mussten aber aufgrund der Pandemie dieses Jahr entfallen. Um einen entsprechenden Ersatz zu schaffen, wurde der 1. Zwönitzer Bauernmarkt ins Leben gerufen. Das Marktgelände erstreckte sich über die Innenstadt von Zwönitz und hätte damit entsprechend den geltenden Verordnungen ausreichend Platz für 2.700 Besucher geboten. Unter diesen Voraussetzungen wurde die Veranstaltung zunächst geplant. In der Woche vor Beginn des Marktes kam es jedoch zu einem erhöhten Infektionsgeschehen im Erzgebirgskreis, sodass man die Zahl auf 1.000 Besucher reduzieren musste.

Für den Bauernmarkt waren fünf Zu- und Abgänge geplant, an denen die Besucher gezählt wurden.

Digitale Besucherzählung – smarte Ansätze für Zwönitz

Die Herausforderung seitens der Kommune bestand darin, die Besucherzahl gemäß des Hygienekonzeptes einzuhalten. Dies sollte über eine Zählung an den Ein- und Ausgängen des vorgesehenen Innenstadtbereiches erfolgen. An fünf Straßen konnten die Besucher das Marktgelände betreten und wieder verlassen. Zunächst wurde eine manuelle Lösung mit Hilfe von analogen Handklickzählern avisiert. Im Zuge von Smart Zwönitz wurde aber nach einer einfach umsetzbaren, kostengünstigen digitalen Lösung zur Realisierung der Besucherzählung gesucht. Zum einen wollte man den Besuchern ermöglichen, sich im Internet zum aktuellen Stand der Besucherzahl zu informieren. Damit sollten lange Warteschlangen an den Eingängen vermieden werden. Zum anderen sollte auf einen zentralen Koordinator verzichtet werden. Dieser hätte permanent von allen Ein- und Ausgängen die Besucherzahlen erfassen und berechnen müssen, ob weiteren Gästen der Einlass gewährt werden darf oder nicht. Das hätte eine Person aus dem Ordnungsamt gebunden, die dann für anderweitige Tätigkeiten auf dem Markt nicht zur Verfügung gestanden hätte.

Für die technische Lösung wurden folgende Rahmenbedingungen festgelegt:

  1. Die Zählung soll ohne großen Aufwand (Verkabelung, Infrastruktur) an jeder Stelle im Festgebiet möglich sein.
  2. Die Anwendung der Zählung soll möglichst niedrigschwellig und ohne große Reorganisation bestehender Ansätze erfolgen.
  3. Die Zählung soll für kleine Kommunen niedrigschwellig, d.h. kosten- und aufwandsarm umsetzbar sein.
  4. Die Zählung soll auf künftigen Veranstaltungen wieder einsetzbar sein.
  5. Die Zählung soll möglichst genau stattfinden und auch von den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung als verlässlich akzeptiert werden.
  6. Die Zählung darf keinen hohen Einarbeitungsaufwand für das Personal erfordern.
  7. Die Zählung soll ohne große Aufwände in die Online-Auftritte der Stadt integriert werden können.
  8. Die Zählung soll datenschutzkonform erfolgen.

Im Vorfeld des Marktes wurden verschiedene technische Lösungen analysiert und am Markt verfügbare Anbieter angefragt. Es wurden einige Angebote abgegeben, jedoch reduzierte sich die Zahl der für uns interessanten Lösungen nach eingehender Prüfung deutlich. So waren kamerabasierte Lösungen aus datenschutzbezogener Erwägung verworfen worden. Hier hätte zunächst ein umfassenderes Datenschutzkonzept erstellt und durch den Datenschutzbeauftragten bestätigt werden müssen. Eine weitere Lösung wäre über die Erfassung und Zählung von Funkstrahlung mobiler Endgeräte (Smartphone etc.) möglich gewesen. Eine solche Lösung wurde aber vonseiten der verantwortlichen Stellen in der Stadt als zu ungenau eingeschätzt. Auch erforderten viele der Lösungen eine Netzwerkverkabelung oder eine stationäre Stromversorgung. Dies hätte zusätzlichen Aufwand vonseiten der Stadt bedeutet.

Letztlich entschied man sich, die ohnehin geplanten Handklickzähler als digitale Lösung umzusetzen. Damit blieb die Einstiegshürde und das technische Risiko gering. Gleichsam wurde aber nicht auf eine „Fertiglösung“ gesetzt. Gute Kontakte des Smart City Teams zu ehrenamtlich engagierten Personen beim „The Things Network Mitteldeutschland“ und „The Things Network Erzgebirge“  führten zu der Idee, eine community-basierte Lösung zu schaffen, die durch andere Kommunen einfach „nachbaubar“ ist. Dazu holte sich die Stadt Zwönitz noch das Startup IoT workplace ins Boot, welches auf die Entwicklung von Lösungen für das Internet der Dinge (IoT – Internet of Things) spezialisiert ist und die Entwicklungsarbeit mit der Community organisiert hat. Ziel des Smart City Teams war dabei auch, ein stadtweites Netzwerk für das Internet der Dinge zu realisieren. Dazu sollte die offene Technologie LoRaWAN zum Einsatz kommen.

LoRaWAN und der Mannl-Counter – eine Zusammenarbeit mit SmartCity Zwönitz
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